Thorsten Groetschel sieht in der Kunst einen Weg, die Oberflächen des Gewöhnlichen zu durchstoßen zu einer Sphäre des Unselbstverständlichen und Erstaunlichen. Es sind gerade die ganz unscheinbaren, vordergründig von der Langeweile des Alltags gesättigten Gegenstände und Situationen, die für ihn transparent sind für Wesentliches und einen Zugang zu einer tieferen Wirklichkeit versprechen.
Seit einigen Jahren folgen die Arbeiten dem Thema einer existenziellen Standortbestimmung. Dieses große Thema bearbeitet er mit denkbar einfachsten, alltäglichsten Bildmotiven wie der flüchtigen Wegperspektive eines Fußgängers. In manchen Bildern ist der Weg durch Hindernisse verstellt, in anderen ist er offen, und verschwindet hinter einer Biegung. Wo führt mein Weg hin? Wo komme ich her? Wo bin ich?
Die Momentaufnahme enthält damit den basalen Rahmen unseres Lebens: Die Zukunft ist offen und ungreifbar, wie auch unsere Herkunft und in gewissem Sinne auch wir selbst uns unsichtbar bleiben.
